Zeitungsauschnitt aus der Landeszeitung Lüneburg, Samstag, 21. Juli 2012:

Zum Lesen:

Ein Trabi voller Traumhäuser

Angehende Schulkinder verschönern Auto im Kindergarten Neetze frei nach Hundertwasser


Die Mädchen und Jungen aus dem Kindergarten Neetze sind mächtig stolz auf ihren selbst designten Trabi. Jedes Kind hat sich mit seiner Version eines Hundertwasser-Hauses auf dem Auto verewigt.

off Neetze. Wenn der Trabi auf Reisen geht, nimmt er Idas kunterbuntes Traumhaus mit. Auch Amelies Schlangenturm ist dann mit dabei, genauso wie Lukas goldenes Hochhaus und Jörns spitzer Zwiebelturm. Insgesamt 29 einzigartige Häuser schmücken seit kurzem den Rennpappen-Oldie, entworfen und auf den pechschwarzen Lack gemalt von vielen kleinen Kinderhänden. Frei nach dem Künstler Friedensreich Hundertwasser durften die Mädchen und Jungen des evangelischen Kindergartens in Neetze den Trabant neu gestalten - ihr letztes großes Kindergarten-Erlebnis, bevor sie in wenigen Wochen in die Schule kommen.

Besondere Projekte für die angehenden Schulkinder gehörten auch in der Vergangenheit zum Neetzer Kindergartenleben dazu. Doch dass ihnen dafür in diesem Jahr ein ganzes Auto zur Verfügung stand, haben die Erzieherinnen vielen glücklichen Zufällen zu verdanken. So fiel Stefan Albrecht, dem Vater eines der Kinder, beim Laternenumzug plötzlich der Trabi in der Firmengarage ein, "woraufhin uns das Unternehmen Freizeit-Center Albrecht aus Winsen den noch fahrtüchtigen Trabi zur Verfügung stellte", erinnert sich Silke Sieben. Firma Lack Company aus Winsen übernahm die schwarze Lackierung und das Unternehmen LüneColor stellte dem Kindergarten die richtigen Farben zur Verfügung. Vor drei Wochen konnte es dann endlich losgehen: Der Trabi stand verwandlungsbereit in der von Familie Diminoi zur Verfügung gestellten Halle.

Bevor die angehenden Schulkinder aber wild drauflosmalen konnten, standen ein Besuch des Hundertwasser-Bahnhofs in Uelzen und Kunsttheorie auf dem Stundenplan. Wer war der Mann, der diese verrückten Häuser entworfen hat? Warum hat er so bunte Farben benutzt? Und was ist sonst noch so typisch für Hundertwasser? Mit Bleistift zeichneten die Mädchen und Jungen danach zunächst einen Entwurf ihres Hauses, malten ihn dann mit Acrylfarben auf kleine Leinwände - und erst als das gelungen war, verwandelten sie den pechschwarzen Trabi in ein leuchtend buntes Hundertwasser-Mobil. Mit Unterstützung ihrer Erzieherinnen Silke Sieben und Margret Drebold.

Für das Team des Neetzer Kindergartens ist es bereits das sechste Hundertwasser-Projekt. "Kunstwerke nach seinem Vorbild ziehen sich bereits wie ein roter Faden durch Innen- und Außengelände", sagt Silke Sieben. Der Trabi allerdings soll das Kindergartenareal wieder verlassen, "bei der Feier zum 40-jährigen Bestehen im September wollen wir ihn versteigern". Dann besuchen auch Ida, Amelie, Lukas, Jörn und die anderen frisch eingeschulten Erstklässler noch einmal ihren Kindergarten - und drücken die Daumen, dass ihre kunterbunten Traumhäuser mit dem Trabi auf eine wunderbare Reise gehen werden.

Quelle: Landeszeitung Lüneburg, Samstag, 21. Juli 2012



Wie die Landeszeitung bereits am 21.07.2012 angekündigt hat, sollte der Hunderwasser-Trabbi im Rahmen der 40-Jahr-Feier des Kindergarten Neetze versteigert werden.

Die Ortshandwerker Neetze wollten sich diesem Sozialprojekt nicht enthalten und haben in ihren Reihen fleissig Geld gesammelt … so dass am Ende ein spannendes Bieterduell gewonnen werden konnte!

Der Trabbi ging mit einem Höchstgebot von 560,- Euro an die Ortshandwerker Neetze über, die super stolz auf ihren „Gewinn“ sind!
„Dieser Trabbi ist wirklich einmalig“, sagt der Vorsitzende Arne Bryndel, „vor allem aber kommt dem Kindergarten jeder Cent direkt zu, damit können sie wieder tolle neue Projekte verwirklichen!“

Am 15.09.2012 wurde der Trabbi den Ortshandwerkern symbolisch übergeben, Heinz Hagemann, Bürgermeister Neetze und das Kindergarten-Team übergaben die Schlüssel.
Am 30.10.2012 wird die Übergabe dann von der Landeszeitung noch mal aufgegriffen.

Einen deutlichen Dämpfer der Anfangseuphorie erhielten wir am 21.09. als wir den Trabbi dem TÜV vorstellten. Der Prüfer fand doch so das ein oder andere…





  

             

  

                  

Aber Hindernisse haben uns noch nie aufgehalten! In unzähligen Arbeitsstunden vieler Handwerker wurden die Mängel behoben und das gute Stück wieder straßentauglich gemacht! (Hier nochmal ein besonderer Dank an Chris Kullin für Halle und Hilfe).




Unser „Kleiner“ trägt nun stolz das Kennzeichen LG- H 1987 … wobei das H sowohl für die Handwerker, als auch für das Historische Alter des Trabbis steht…

Nun freuen wir uns auf den Pressetermin mit der Landeszeitung am 30.10.2012…

Quelle: Landeszeitung Lüneburg, Mittwoch, 31.10.2012